Rückmeldung mit Glanz und Gloria
HSG Gedern/Nidda gewinnt klar bei unmittelbarem Verfolger - Einzelbewachungen auf beiden Seiten beeinflussen Spiel
/ (ebi). Mit einem Paukenschlag hat sich die HSG Gedern/Nidda nach der ersten Saisonniederlage in der Handball Oberliga zurückgemeldet. Beim Mitfavoriten auf den Titel, TSV Eintracht Böddiger, siegte der Tabellenführer eindrucksvoll mit 34:26 (13:13).
Von Beginn an nämlich war Trainer Christian Breiler klar : „Ich hab in den ersten fünf Minuten gesehen, dass dies ein ganz anderes Spiel werden wird als zuletzt in Bruchköbel.“
TSV Eintracht Böddiger - HSG Gedern/Nidda 26:34
Auch die Gastgeberinnen legten los wie die Feuerwehr und so entwickelte sich gleich ein munteres und schnelles Spiel, das bis zum 4:4 (8.) ausgeglichen verlief. Die Gäste allerdings kamen nun immer besser ins Spiel und auch die personellen Einschränkungen der vergangenen Trainingswoche schienen keinen Einfluss auf das Spiel der HSG Gedern/Nidda zu haben. Über das 7:4 (11.) setzten sich die Gäste auf 11:6 (15.) ab. Besonders Dajana Uebel war es in dieser Phase, die mit schnellen und präzisen Kontern genau ins Schwarze traf. Zoltan Bartolos, Coach der Gastgeberinnen, sah sich zu einer Auszeit gezwungen und stellte seine Mannschaft neu ein. Mit Erfolg. Deutlich aggressiver und mit mehr Geduld agierte Böddiger von nun an und die HSG-Truppe verzeichnete einige Fehlwürfe, so dass es plötzlich 12:12 (21.) stand. Die verbleibenden Minuten der ersten Hälfte waren dann eine wahre Abwehrschlacht. Christian Breiler hatte den gesamten Rückraum ausgetauscht und damit auch einen Bruch im Angriff in Kauf genommen. Aber auch Böddiger tat sich schwer und beide Teams ließen viele Chancen aus.
Ausgeglichen ging es auch zu Beginn der zweiten Halbzeit, die beim Stand von 13:13 startete, weiter. Hin und her wogte die Partie bis zum 22:22 (44.), ehe die HSG Gedern/Nidda die Gunst des Augenblicks zu nutzen schien. Böddiger erhielt bei knapper Führung (25:23/47.) eine Zeitstrafe und Breiler ordnete Einzelbewachung gegen die erfahrene Eintracht-Schützing Negovan an „Sie hat das gesamte Spiel geleitet und initiiert. Mit der Manndeckung haben wir da ein wenig den Spielfluss genommen. Dies ging allerdings auch nur, weil Steffi Thiele die Sonderaufgabe hervorragend gelöst und die anderen die Kreisläuferin gut abgeschirmt haben“, zeigte sich Breiler überzeugt von seiner Maßnahme, die er bis zum Ende beibehielt. Und so schlug sich dies auch im Ergebnis nieder, denn Gedern/Nidda hielt nun den Zwei-Tore-Abstand und baute ihn beim 29:25 (53.) sogar auf vier Treffer aus.
Begünstigt wurde das Spiel der HSG davon, dass Zoltan Bartolos seinerseits eine Einzelbewachung gegen Gloria Hess anordnete. „Glo kam rein und hat drei herrliche Dinger aus dem Rückraum gemacht und einen Strafwurf rausgeholt, das gab wohl den Ausschlag“, freute sich Breiler, denn mit Beginn der Einzelbewachung war es, neben dem „super geschlossenen Mannschaftsspiel“, die Achse Thiele-Patz, die dem Gegner zusetzte. Auch als Böddiger noch einmal auf 26:29 (56.) verkürzte, behielten die Wetterauerinnen die Nerven. „Böddiger hat dann alles auf eine Karte gesetzt und schnelle Abschlüsse gesucht. Diese fanden eben nicht ihr Ziel und so kamen wir noch zu einigen leichten Kontertreffern. Insofern ist das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen“, so das sportliche Fazit des HSG-Coaches.
Insgesamt zeigte sich Christian Breiler mehr als zufrieden „Wir haben die gewünschte Reaktion gezeigt. Mehr noch, es hat zu einem so nicht erwarteten Sieg gereicht und die Mannschaft hat gezeigt, wie gut sie zusammenspielen kann. Unsere Abwehr hat zu alter Stärke gefunden und im Angriff haben wir deutlich besser abgeschlossen. Ich denke, die Aufarbeitung des Bruchköbel-Spiels mit intensiver Videoanalyse hat ihre Wirkung sehr gut erzielt“, war Breiler sehr zufrieden und zollte neben einer gut aufgelegten Torhüterin Sabine Otto der gesamten Mannschaft ein großes Lob. Bedauerlich fand er im Siegestaumel nur, dass „durch eine erneute Pause in der kommenden Woche wieder unser Rhythmus gestört wird.“ Bei den anderen Ergebnissen der Liga indes sollte dies die Freude über den Coup in Nordhessen nicht schmälern.
TSV Eintracht Böddiger: Frommann, Zeller - Benda (6/2), Volk, Köhler (2), Hasper, Höhmann, Puntschuh (5), Negovan (3), Weiß (7/4), Ochmann (3), Karges.
HSG Gedern/Nidda: Stroh, Otto; Patz (7/3), Pfaff (4), Eberhard (3), Röder (3), Hess (5/2), Uebel (6), Kohler (2), Thiele (1), Egerer (3), Eisenacher, Thun.
Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Böddiger: Höhmann, Puntschuh, Weiß; HSG Gedern/Nidda: Patz/2) - Siebenmeter: 8/6 - 9/5. - Schiedsrichter: Loh/Petry (Wetzlar/Lützellinden) - Zuschauer: 200.
Quelle: Kreis Anzeiger
Zuletzt geändert am: 27.11.2011 um 16:09







