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1. Männer | Neuer Trainer der Ersten Männermannschaft

Datum: 17.07.2010 | Autor: Tobias Lambmann

HSG Gedern/Nidda: Ergün Sahin coacht Männermannschaft

Gedern/Nidda. Die Handballspielgemeinschaft Gedern/Nidda ist in der Absicht, ihren Trainerstab zu vervollständigen, ein drittes Mal im Bezirk Gießen fündig geworden. Nach Thomas Wallendorf für die Landesliga-Frauen und Sascha Präger für die A-Jugend-Oberliga-Handballerinnen wurde nun Ergün Sahin als Trainer der HSG-Herren verpflichtet.
Sahin, 36, wurde in Lich geboren, wohnt in Pohlheim und hat sich seine handballerischen Trainersporen bisher überwiegend im Jugendbereich verdient. In den Gießener Handball-Hochburgen in Dutenhofen/Münchholzhausen, Hüttenberg und Pohlheim hat er bereits diverse ambitionierte Nachwuchsteams angeleitet. Sportlich heraus ragt seine Arbeit mit den jungen Gießener Spielern des Jahrgangs 1988, die in einer Saison Meister der Bezirksoberliga, Hessens und Südwestdeutschlands wurden. Aus diesem Ensemble ist unter anderen auch Timm Schneider hervorgegangen, der inzwischen bei der HSG Wetzlar zum Bundesligaspieler gereift ist. Hochwertig auch Sahins kürzere Zeit zurückliegendes Engagement bei der männlichen B-Jugend des TV Hüttenberg, mit der er Platz drei in der Regionalliga errang.

Am Rande eines Spiels dieses Teams, das inzwischen nicht mehr von ihm betreut wird, begegnete Ergün Sahin auch Vertretern der HSG Gedern/Nidda und beide Seiten wurden sich über eine Zusammenarbeit schnell einig.
Die HSG ist dem ledigen 36-Jährigen nicht ganz unbekannt, denn bei seinem bisher einzigen Abstecher ins Seniorenlager coachte er Gedern/Niddas Ligakonkurrent HSG_Pohlheim II. „Die Mannschaft hat junge und erfahrene Spieler und eine gute Stimmung. Ich denke, wir können noch mehr als bisher herausholen“, gibt Sahin eine erste Einschätzung über seine neuen Schützlinge ab. Defizite hat er im Spiel „Eins gegen eins“ erkannt.

Sein Hauptaugenmerk wird aber in den nächsten Vorbereitungswochen auf dem Defensivverhalten liegen. „Meine Überzeugung ist: Spiele gewinnt man in der Abwehr.“ Das hört sich nach einem Systemwechsel an, denn die Partien der HSG Gedern/Nidda endeten in der vergangenen Runde eher torreich auf beiden Seiten. Martin Schindler, ältester Akteur im HSG-Team, relativiert: „Systemwechsel würde ich nicht sagen. Wir haben auch schon in der Vergangenheit versucht, die Abwehrarbeit zu verbessern.“

Dem neuen Trainer steht ein fast unveränderter Kader zu Verfügung. Marco Haas nimmt ein Studium auf und wird nicht mehr dabei sein, dafür stößt der eingangs erwähnte Sascha Präger zur Mannschaft, der als Spieler und Jugendtrainer eine Doppelfunktion bei der HSG einnehmen wird. Ihn kennt Ergün Sahin übrigens ebenso wie auch den neuen Frauencoach Thomas Wallendorf, mit dem er beim TV Holzheim in der Oberliga gespielt hat. Alle drei – Präger, Sahin und Wallendorf – haben Erfahrung als Auswahltrainer. In dieser Funktion wird Ergün Sahin auch weiterhin tätig bleiben. Der Inhaber von C- und B-Lizenz, der beruflich für die Fraport AG am Frankfurter Flughafen arbeitet, hat neben dem Handball kaum Freizeit für anderes, verfolgt derzeit aber sehr genau die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Warum auch nicht, denn der Mann mit türkischen Eltern besitzt ausschließlich einen deutschen Pass: „Ich bin euphorisch und halte zu Deutschland.“ Ob die Euphorie  heute anhält, muss an dieser Stelle vom Leser selbst beantwortet werden, da diese Zeilen vor dem Anpfiff des gestrigen Halbfinalspiels gegen Spanien geschrieben wurden.

Quelle: Kreis-Anzeiger (12.07.2010)

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