Startseite

Nach Führung riss der Faden

FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra liefert ordentliche Leistung ab, bringt sich aber um den Lohn.­ ­

Rotenburg. Die Handballerinnen der FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra wissen nach ihrer 32:40 (14:21)-Auswärtsniederlage bei Tabellenführer HSG Gedern/Nidda eines mit Sicherheit: Selbst die Spitzenteams dieser Oberliga kochen auch nur mit Wasser – solange die FSG die taktischen Vorgaben befolgt.

Auch ohne die angeschlagenen Einhorn und Puskasova wäre gegen den Klassenprimus mehr drin gewesen. Das wusste auch FSG-Coach Matthias Gerlich: „Vieles war heute wieder nicht schlecht, aber wir haben zwischen der 15. und 23. Minute Kreisklasse gespielt und das Ding verloren.“ Die Fehlerquellen und das Ergebnis erinnerten dabei deutlich an die Niederlage in Altenhaßlau.

Dabei hatte der Außenseiter, bei dem die junge Rückraumspielerin Dominika Tvrdonova trotz verständlicher Abstimmungsprobleme ein ordentliches Debüt feierte, zunächst die vorgegebene Taktik hervorragend umgesetzt. Julia Müller begann nach ihrer guten Vorleistung auf der Rückraummitte, ihr Team ließ den Ball zirkulieren und verwertete seine Chancen eiskalt. „Als wir nach einer Viertelstunde 7:5 geführt haben, war es in der Halle auf einmal mucksmäuschenstill. Aber dann ist plötzlich der Faden gerissen“, sah Gerlich, wie sich das Blatt binnen sechs Minuten völlig ohne Not wendete: Schwache Abschlüsse, technische Fehler, Pässe, die Richtung Tribüne flogen und einen Gegner, der diese Ballverluste regelmäßig bestrafte. Auch die so beständigen Martina Grau und Daniela Andrei reihten sich ein.

„Wir haben heute sogar in Überzahl Gegentore bekommen und können es uns einfach nicht erlauben, jeder Mannschaft dermaßen ins offene Messer zu laufen“, brachte den FSG-Coach der völlig überflüssige 10:16-Rückstand (21.) auf die Palme. Klarer Fall: Die Vorentscheidung zur Pause lag nicht etwa an einer drückenden Überlegenheit Gederns. Vielmehr hatten die Gäste plötzlich die Ordnung verloren und viel zu dicht vor der Abwehr agiert – ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sie sich die Finger verbrannten. „In der Kabine hat es dann richtig gequalmt, obwohl ich normalerweise nicht der bin, der brüllt“, war deshalb auch der Trainer heißgelaufen.

Nach dem Seitenwechsel verordnete er seinem Team eine sehr defensive 6:0-Deckung, da der Tabellenführer aus der zweiten Reihe nur wenig Gefahr versprühte und die starke HSG-Kreisläuferin dennoch viele Freiheiten genoss. Vorn ging auch jetzt noch mancher Ball unnötig verloren. Trotzdem waren die jetzt wieder aufgeräumten Gäste auf dem besten Wege, den zweiten Durchgang für sich zu entscheiden. Doch selbst diesen Teilerfolg verpassten sie beim 32:37 durch erneut kopflose Aktionen in den letzten beiden Minuten. (zkö)

FSG: Hohmann, Bähr (bei zwei Siebenmetern) - Grau (8/5), Golkowski (7), Müller (3), Hohmeister, Richter (3), Konklowsky (4), Andrei, Berndt (3), Tvrdonova (4).

SR: Schäfer/Schäfer

Quelle: HNA Online

Zuletzt geändert am: 24.10.2011 um 13:48

Zurück