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BIEBERTAL (lew). Nach dem Aufstieg in die Bezirksliga A im Jahr 2006 gelang es den Handballern der KSG Bieber einige höherklassig erfahrenen Spieler zu verpflichten. Mit dem verstärkten Kader spielten die Biebertaler in den folgenden beiden Spielzeiten um die Meisterschaft mit, scheiterten jedoch jeweils als Dritter mit drei Punkten Rückstand auf den Ersten. Derzeit führt die KSG die Tabelle an und bestreitet morgen Abend um 20.30 Uhr in der Großsporthalle Biebertal das Spitzenspiel gegen den ärgsten Verfolger, die HSG Gedern/Nidda, die nur einen Zähler Rückstand hat.
Im Vorfeld dieser richtungsweisenden Partie sprach der Anzeiger mit Trainer Wilfried Weber, der um die Jahrtausendwende herum schon einmal in Bieber auf der Kommandobrücke stand und vor der Saison nach dessen fünfjähriger Amtszeit Jörg Bender ablöste.
Zweimal hintereinander hat die KSG Bieber, die angesichts des Personals immer wieder als Aufstiegskandidat gehandelt wurde, die Meisterschaft knapp verfehlt. In diesem Jahr soll es unbedingt klappen. War der Aufstieg auch für Sie von Anfang das Ziel und vielleicht sogar der Grund, noch einmal in Bieber zu arbeiten?Wilfried Weber: Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren immer selbst noch aus dem Rennen geschossen. Die Spieler waren in den Köpfen vielleicht etwas leer, brauchten möglicherweise einen neuen Kick. So ist der Verein an mich herangetreten. Im Großen und Ganzen ist es uns ganz gut gelungen, auch junge Leute einzubinden. Klar können wir in den entscheidenden Situation immer wieder auf die Erfahrenen zurückgreifen, aber die anderen sind näher herangekommen. In dieser Saison wollen wir es unbedingt packen, standen aber in der Vorbereitung zunächst vor dem Problem, dass uns mit Artur Hummel ein ganz starker Mann verlassen hat. Der Verein wollte mit mir vielleicht auch einen erfahrenen Coach verpflichten, der aus den anderen Spielern möglicherweise noch ein Stückchen mehr herauskitzeln kann.
Momentan sieht es gut aus, Sie haben den Platz an der Sonne inne. Morgen steht das absolute Spitzenspiel gegen Verfolger Gedern/Nidda auf dem Programm. Das Hinspiel haben Sie auswärts mit 30:27 gewonnen. Welche Erinnerungen haben Sie noch an diese Begegnung und wie müssen Sie spielen, damit es klappt mit einem Sieg?Weber: Gedern/Nidda ist eine sehr homogene und robuste Mannschaft, die in dem Jahr nach uns aufgestiegen ist. Mit Martin Schindler hat die HSG einen altgedienten Recken, den man am Kreis im Auge haben muss, weil er ernst macht, sobald er den Ball bekommt. Zudem ist er in der Deckung stark. Mit Christian und Marko Haas verfügen die Gederner über zwei technisch sehr versierte Rückraumspieler, die sehr gut im Eins-gegen-eins und variabel in ihren Würfen sind. Da herrscht in der Abwehr höchste Alarmbereitschaft. Wenn es uns gelingt, sie früh zu attackieren, können wir ihnen möglicherweise frühzeitig den Zahn ziehen. Im Hinspiel hat das vor allem Chris Pangborn prima gemacht, das war ein Grunstein für den Sieg. Da war es dann eher Dennis Müller, der in die Bresche gesprungen ist und glaube ich neun Treffer erzielt hat. Insgesamt hat Gedern/Nidda viele junge, dynamische und gefährliche Spieler, die auch in der Abwehr sehr beweglich sind. Die werden versuchen Angriffsspiel rechtzeitig stören. In der Hinrunde ist es uns aber gut gelungen, den Gegner rauszulocken.
Das Spitzenspiel ist auch Kopfsache, zudem wird die Tagesform eine Rolle spielen. Am letzten Spieltag haben wir gegen Buseck/Beuern eine ganz schwache erste Halbzeit hingelegt, uns dann aber noch einmal zusammengerissen und die Punkte noch geholt. Vielleicht hatten einige schon das Gedern-Spiel im Kopf, worunter dann die Konzentration gelitten hat. Ich denke, die Jungs wissen, was sie da gemacht haben und werden sich ganz anders präsentieren. Die Intensität, die das Team in dieser Woche an den Tag gelegt hat, zeigt mir, dass jeder weiß, worum es morgen geht. Jetzt haben wir es selbst in der Hand. Wir werden sicher ein gutes Spiel erleben, eines auf einem technisch hohen Niveau.
Was glauben Sie, bringt diese Partie schon die Entscheidung in Sachen Meisterschaft? Auf den ersten Blick scheint Bieber das vermeintlich leichtere Restprogramm zu haben. Der Tabellendritte TV Hüttenberg III, gegen den Gedern/Nidda auch noch zu spielen hat, und die HSG Wettenberg sind rein rechnerisch noch nicht geschlagen, können diese Mannschaften noch einmal ins Rennen eingreifen?Weber: Es kann schon eine Vorentscheidung fallen. Wenn wir gewinnen, und davon gehe ich aus, hätten wir drei Punkte Vorsprung. Aber die Meisterschaft ist damit noch nicht in trockenen Tüchern, ein Sieg morgen ist also noch keine Garantie. Es gibt einige Mannschaften, zum Beispiel Buseck oder Langgöns, wo man sich nie sicher sein kann, ob sie nicht doch eine vermeintlich stärkere Mannschaft schlagen. Ich denke, dass eher Hüttenberg noch ein paar Fäden ziehen kann. Aber darauf dürfen wir nicht hoffen. Wir müssen einfach alle verbleibenden Spiele gewinnen. Dann wissen wir ganz sicher, dass wir durch sind.
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